Sie gehen nach einem heftigen Gewitter in den Keller und stehen plötzlich knöcheltief im Wasser. Oder der Boiler ist geplatzt und das Wasser verteilt sich im ganzen Untergeschoss. Ein vollgelaufener Keller ist für viele Hausbesitzer in Oranienburg, Oberhavel und Berlin ein echter Schock. Mit einem klaren Plan behalten Sie aber den Überblick. Dieser Ratgeber führt Sie durch die ersten Minuten, die ersten Stunden und die Tage danach.
Die ersten Minuten: Sicherheit vor allem
Bevor Sie irgendetwas retten, schützen Sie sich selbst:
- Nicht ins Wasser steigen, solange Strom anliegt. Schalten Sie die Sicherungen für den Keller ab, wenn Sie das gefahrlos erreichen. Liegt der Sicherungskasten im überfluteten Bereich, rufen Sie den Netzbetreiber oder einen Elektriker.
- Gasgeruch? Haus verlassen und von draußen die Feuerwehr und den Gasversorger rufen.
- Heizölgeruch oder schillernder Film auf dem Wasser: Feuerwehr informieren, nicht selbst abpumpen.
- Kinder und Haustiere vom Keller fernhalten.
Ursache erkennen: Woher kommt das Wasser?
Die Ursache bestimmt, was Sie als Nächstes tun und welche Versicherung zuständig ist:
- Leitungswasser: geplatztes Rohr, defekter Boiler, Waschmaschine. Haupthahn schließen.
- Rückstau aus dem Kanal: Wasser drückt aus Bodenablauf, Toilette oder Waschbecken. Hier hilft eine Rückstauklappe, falls vorhanden.
- Oberflächenwasser: Regen läuft durch Lichtschächte, Kellerfenster oder die Kellertreppe.
- Grundwasser: Wasser drückt durch Boden und Wände, oft nach langen Regenperioden.
Die ersten Stunden: Schaden begrenzen
- Dokumentieren: Fotos und Videos vom Wasserstand, von betroffenen Räumen und Gegenständen machen. Am besten mit einem Maßstab, etwa einem Zollstock an der Wand.
- Melden: Versicherung informieren. Als Mieter zusätzlich sofort den Vermieter.
- Abpumpen: Mit einer Tauchpumpe, sobald kein Wasser mehr nachläuft. Wie das richtig geht, lesen Sie in Wasser aus dem Keller entfernen.
- Wertsachen retten: Dokumente, Fotos und Elektrogeräte zuerst nach oben bringen.
- Hilfe holen: Bei großen Wassermengen Feuerwehr, bei normalem Schaden einen Fachbetrieb für Abpumpen und Trocknung.
Der erste Tag: Ausräumen und sortieren
Sobald das Wasser draußen ist, beginnt das Ausräumen. Je schneller nasse Gegenstände den Keller verlassen, desto weniger Feuchtigkeit und Geruch bleiben zurück.
- Retten: Metall, Kunststoff, Glas und viele Möbel aus Massivholz lassen sich reinigen und trocknen.
- Kritisch: Polstermöbel, Matratzen, Teppiche und Pressspan saugen sich voll und sind meist nicht mehr zu retten.
- Entsorgen erst nach Rücksprache: Fotografieren Sie alles und klären Sie mit der Versicherung, was Sie wegwerfen dürfen. Mehr dazu in Wasserschaden mit der Versicherung klären.
Bei verunreinigtem Wasser aus dem Kanal gilt: Lebensmittel, Kosmetik und Medikamente, die Kontakt hatten, entsorgen. Oberflächen reinigen und desinfizieren.
Die Tage danach: Gründlich trocknen
Der häufigste Fehler nach einem vollgelaufenen Keller ist, zu früh aufzuhören. Mauerwerk und Estrich haben viel Wasser aufgenommen, das nur langsam wieder abgegeben wird.
- Bautrockner aufstellen: Kondenstrockner ziehen Feuchtigkeit aus der Raumluft. Fenster und Türen dabei geschlossen halten.
- Richtig lüften: Nur lüften, wenn die Außenluft trockener ist als die Kellerluft. Im Sommer kann warme Außenluft im kühlen Keller sogar kondensieren.
- Messen: Feuchtewerte regelmäßig kontrollieren, bis sie im Normalbereich liegen.
- Putz prüfen: Durchnässter Putz muss manchmal entfernt werden. Details in Nassen Putz nach Wasserschaden trocknen.
Rechnen Sie je nach Wassermenge und Bausubstanz mit einigen Tagen bis mehreren Wochen.
Geruch und Schimmel vermeiden
Bleibt Feuchtigkeit zurück, entsteht schnell der typische muffige Kellergeruch. Oft ist das ein erstes Zeichen von Schimmel. Wie Sie das verhindern oder beseitigen, steht im Beitrag Gestank im Keller nach Wasserschaden loswerden.
Wenn der Keller wieder trocken ist
- Schäden an Putz, Anstrich und Boden ausbessern
- Heizung, Elektrik und Haustechnik prüfen lassen, wenn sie im Wasser standen
- Regale aufstellen, damit nichts mehr direkt auf dem Boden steht
- Ursache beheben, damit es nicht wieder passiert
Vorbeugen für das nächste Unwetter
- Rückstauklappe: einbauen lassen und regelmäßig warten.
- Lichtschächte: mit Abdeckungen sichern und Abläufe freihalten.
- Dachentwässerung: Rinnen und Fallrohre reinigen, damit Regenwasser vom Haus wegläuft.
- Notfallausrüstung: Tauchpumpe, Schlauch, Nasssauger und Gummistiefel griffbereit halten.
- Versicherung prüfen: Ohne Elementarschadenbaustein ist Starkregen oft nicht versichert.
Fazit
Ein vollgelaufener Keller ist kein Weltuntergang, wenn Sie ruhig und in der richtigen Reihenfolge handeln: Sicherheit, Ursache, Dokumentation, Abpumpen, Ausräumen und gründliche Trocknung. Den Überblick über alle Phasen eines Wasserschadens finden Sie in Wasserschaden im Haus: Ursachen, Ablauf und Hilfe.
Ihr Keller steht unter Wasser? Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns. Wir helfen beim Abpumpen, Ausräumen und Trocknen in Oranienburg, Oberhavel und Berlin.