Zum Inhalt springen
← Alle Artikel
Wasserschaden3 Min. Lesezeit

Wasser aus dem Keller entfernen: So gehen Sie richtig vor

Pumpe, Nasssauger oder Eimer: Wie Sie Wasser sicher aus dem Keller bekommen, welche Geräte sich eignen und was nach dem Abpumpen wichtig ist.

Tauchpumpe mit blauem Schlauch steht im flachen Wasser auf einem Kellerboden
KI-generiert
Steht Wasser im Keller, möchte man es so schnell wie möglich loswerden. Das ist richtig, denn je länger Wasser steht, desto tiefer zieht es in Mauerwerk und Estrich. Trotzdem sollten Sie nicht kopflos loslegen. Sicherheit, die richtige Technik und die Frage, wohin das Wasser gepumpt wird, entscheiden darüber, ob das Abpumpen gelingt.

Zuerst die Sicherheit

Bevor Sie den Keller betreten, klären Sie zwei Dinge:
  • Strom: Steht Wasser in der Nähe von Steckdosen, Verteilern, Heizung oder Waschmaschine, schalten Sie die Sicherungen für den Keller ab. Liegt der Sicherungskasten selbst im nassen Bereich, betreten Sie den Keller nicht und rufen Sie den Netzbetreiber oder einen Elektriker.
  • Wasserquelle: Kommt das Wasser aus einer Leitung, Haupthahn schließen. Drückt es von außen oder aus dem Kanal nach, bringt Abpumpen erst etwas, wenn der Zufluss nachlässt.
Tragen Sie Gummistiefel und Handschuhe. Wasser aus dem Kanal kann verunreinigt sein. Heizlöl- oder Chemikaliengeruch ist ein Warnsignal: Dann gehört die Feuerwehr dazu.

Welches Gerät für welche Wassermenge?

Die Wahl hängt davon ab, wie hoch das Wasser steht:
  • Mehrere Zentimeter bis knietief: Eine Tauchpumpe ist das Mittel der Wahl. Schmutzwasserpumpen vertragen auch Sand und kleine Partikel, Klarwasserpumpen nicht.
  • Wenige Zentimeter: Flachsaugende Pumpen schaffen Wasser bis auf wenige Millimeter. Normale Tauchpumpen lassen meist eine Restmenge stehen.
  • Restwasser und Pfützen: Ein Nasssauger holt das letzte Wasser aus Ecken und Fugen.
  • Kleine Mengen: Eimer, Wischer und Schaufel reichen bei einer Pfütze, sind aber bei mehr Wasser zu langsam.
Bei großen Mengen ist die Feuerwehr zuständig, wenn akute Gefahr besteht. In vielen Fällen hilft aber auch ein Fachbetrieb mit leistungsstarken Pumpen.
Nasssauger auf einem feuchten Kellerboden mit Wasserresten

Schritt für Schritt abpumpen

  1. Pumpe an der tiefsten Stelle aufstellen: Dort sammelt sich das Wasser. Ein Kellerschacht oder Pumpensumpf ist ideal.
  2. Schlauch nach draußen führen: Leiten Sie das Wasser in den Kanal oder auf eine Fläche, von der es nicht zurück zum Haus läuft. Nicht direkt an die Hauswand pumpen.
  3. Pumpe beobachten: Ansaugkorb frei halten, damit sich Laub, Papier oder Schlamm nicht festsetzen. Trockenlauf vermeiden.
  4. Restwasser absaugen: Mit dem Nasssauger nacharbeiten, besonders an Wänden und in Ecken.
  5. Schlamm entfernen: Schlamm und Ablagerungen mit Schaufel und Besen aufnehmen, solange sie noch feucht sind.

Achtung bei Grundwasser

Steht das Grundwasser hoch, etwa nach langen Regenperioden oder Hochwasser, kann zu schnelles Abpumpen gefährlich werden. Der Wasserdruck von außen drückt dann auf Boden und Wände, die vom Wasser im Keller nicht mehr gestützt werden. Im Zweifel pumpen Sie langsam und schrittweise ab oder lassen sich von Fachleuten beraten.
Bodenablauf mit Rückstauklappe in einem Kellerboden aus Beton

Nach dem Abpumpen: Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit

Ist das Wasser draußen, ist der Keller noch lange nicht trocken. Wichtig sind jetzt:
  • Ausräumen: Nasse Kartons, Textilien und Holz schnell nach draußen bringen. Was nicht mehr zu retten ist, fotografieren und erst nach Rücksprache mit der Versicherung entsorgen.
  • Reinigen: Böden und Wände von Schlamm befreien. Bei verunreinigtem Wasser zusätzlich desinfizieren.
  • Lüften und trocknen: Querlüften, wenn die Außenluft trockener ist, und Bautrockner einsetzen.
  • Feuchte messen: Erst wenn Wände und Boden wirklich trocken sind, sollte renoviert werden.
Bleibt ein muffiger Geruch, lesen Sie weiter in Gestank im Keller nach Wasserschaden loswerden. Wie Sie nassen Putz behandeln, steht in Nassen Putz nach Wasserschaden trocknen.

Typische Fehler beim Wasser entfernen

  • Keller betreten, obwohl Strom anliegt
  • Wasser direkt an der Hauswand abpumpen, sodass es zurückläuft
  • Pumpe trocken laufen lassen
  • nur oberflächlich trocknen und dann zu früh streichen
  • Schaden nicht dokumentieren, bevor aufgeräumt wird

Vorbeugen: damit der Keller trocken bleibt

  • Rückstauklappe einbauen und regelmäßig warten
  • Lichtschächte und Abläufe von Laub freihalten
  • Dachrinnen und Fallrohre reinigen
  • eine eigene Tauchpumpe für den Notfall bereithalten
  • Wertvolles im Keller nicht direkt auf dem Boden lagern

Fazit

Wasser aus dem Keller zu entfernen ist mit der richtigen Pumpe und etwas Ruhe gut machbar. Entscheidend sind Sicherheit beim Strom, das richtige Gerät für die Wassermenge und eine gründliche Trocknung danach. Den gesamten Ablauf nach einem Überflutungsfall beschreibt Keller vollgelaufen – was nun?.
Sie brauchen Hilfe beim Abpumpen, Ausräumen oder Trocknen? Kontaktieren Sie uns, wir sind in Oranienburg, Oberhavel und Berlin im Einsatz.